| Risiko
raus: Stoppt die Kopflosigkeit
Wer mit dem Kopf nicht bei der Sache ist, riskiert einen Unfall.
Die Folgen unüberlegten Handelns beim Transport im Betrieb,
auf dem Arbeits- oder Schulweg, können verheerend sein.
Mit einer neuen Kampagne will die gesetzliche Unfallversicherung
daher die Verantwortung der Menschen für sich und andere
stärken. Das Motto: „Risiko raus!“.
Eigentlich hätte sie darauf achten müssen. Eigentlich.
Aber an diesem Freitagmorgen ist Iris B. mit dem Kopf woanders.
Das Wochenende naht und sie will diesen einen Auftrag unbedingt
abschließen. In Gedanken geht sie die Bestellung des
Kunden noch einmal durch, während sie durch die Lagerhalle
hastet. Vorbei an den Paletten, die hier zum Versand fertig
gemacht werden. Die Warnschilder nimmt sie nur am Rande wahr.
Ohne zu schauen betritt Iris B. die Fahrbahn zwischen den
Stapeln. Ein Gabelstapler erwischt sie mit voller Wucht. Vom
Hubmast am Kopf getroffen stürzt sie zu Boden.
Zu viele Unfälle
Knapp 230.000 Arbeitsunfälle jährlich verzeichnen
die Träger der gesetzlichen Unfallversicherung –
Berufsgenossenschaften, Unfallkassen und landwirtschaftliche
Sozialversicherung – beim innerbetrieblichen Transport.
Rund 150 davon enden tödlich. Hinzu kommen 23.000 Arbeits-
und Dienstwegeunfälle im Straßenverkehr mit rund
170 Toten.
Auch der Weg zur Arbeit, zur Schule und zur Uni birgt Gefahren.
So werden den Trägern der gesetzlichen Unfallversicherung
jährlich rund 175.000 Wege- und Schulwegunfälle
im Straßenverkehr gemeldet. Über 500 Versicherte
verloren bei einem dieser Unfälle ihr Leben.
Prävention tut Not
Für die Träger der gesetzlichen Unfallversicherung
steht fest: Das Bewusstsein für die Risiken beim Fahren
und Transportieren muss gefördert, das Verantwortungsgefühl
der Menschen füreinander, muss gestärkt werden.
Gemeinsam mit ihren Partnern, dem Deutschen Verkehrssicherheitsrat
(DVR) und den Bundesländern, haben sie daher die neue
Präventionskampagne „Risiko raus!“ ins Leben
gerufen.
Faktor Mensch im Mittelpunkt
Die Kampagne „Risiko raus!“ rückt den Faktor
Mensch in den Mittelpunkt und setzt damit genau da an, wo
Sicherheitstechnik nicht mehr weiterhilft. Ziel ist, das Bewusstsein
für die Verkehrssicherheit im Betrieb und auf der Straße
zu schärfen. Das bedeutet auch, Arbeitsorganisation und
persönliches Verhalten darauf zu prüfen, ob sie
Zeitdruck erzeugen, der wiederum die Unfallgefahr erhöht.
Die Kampagne richtet sich also nicht nur an die Arbeitnehmer,
die die Tätigkeiten ausführen, sondern auch an diejenigen,
die das betriebliche Umfeld gestalten.
Eine Kampagne gegen die Kopflosigkeit
Zeitdruck, Hektik, Unachtsamkeit – das alles bezeichnet
der Volksmund gern als kopfloses Verhalten. Das Kommunikationskonzept
setzt daher darauf, diese Kopflosigkeit und ihre Folgen zu
visualisieren.
Um ihre Ziele zu erreichen, setzt die Kampagne auf eine vielfältige
Ansprache der Zielgruppen. Neben einer kontinuierlichen Pressearbeit
ist dies zum Beispiel die Präsenz auf einer Reihe von
Veranstaltungen: etwa dem Deutschen Verkehrssicherheitstag
2010 in Dortmund. Auch neue Medien haben ihren Platz bei „Risiko
raus!“. So gibt es ein Multimediaquiz, das es erlaubt,
den eigenen Risikotyp zu ermitteln – ideal für
den Einsatz bei Unterweisungen und Seminaren. Für Jugendliche
gibt es spezielle Webclips, die insbesondere die Risiken des
Fahrradfahrens thematisieren. Der Clou: Über die Möglichkeit,
den Clip personalisiert an Freunde undVerwandte weiterzuschicken,
verbreitet sich die Botschaft wie von selbst im Internet.
Nachtrag
Iris B. überlebte den Zusammenstoß mit dem Gabelstapler.
Sie brauchte jedoch lange Zeit, um sich von den Folgen zu
erholen: ein offenes Schädelhirntrauma mit Blutergüssen
und ein Felsenbeinbruch im Ohr. Zu ihrer großen Erleichterung
kehrten Gehör-, Geruchs- und Geschmacksinn nach einigenWochen
zurück.
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