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Branchenverwaltung Druck und Papierverarbeitung

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Gesundheitliche Beschwerden durch Laserdrucker und Fotokopierer ?
- Aktualisierte Information (März 2010) -

Die Berufsgenossenschaft ETEM Branchenverwaltung Druck und Papierverarbeitung informiert an dieser Stelle über die neuesten Entwicklungen in der Diskussion um gesundheitliche Belastungen durch Toner und gibt Tipps für die Praxis.

In der aktuellen Diskussion werden Untersuchungen von Prof. Volker Mersch-Sundermann vorgestellt, die über Schäden an Lungenzellen berichten, die in Laborversuchen Emissionen von Laserdruckern ausgesetzt waren. Die Ergebnisse wurden bislang noch nicht wissenschaftlich veröffentlicht.
Es ist festzustellen, dass es sich hierbei um Beobachtungen handelt, die wie andere Beobachtungen der letzten Jahre Hinweise geben, aber keine wissenschaftlich abgesicherten Erkenntnisse sind. Auf Grund vieler unklarer Zusammenhänge und Einflussfaktoren müssen die weiteren Forschungsergebnisse abgewartet werden.
Derzeit entwickelt das Umweltbundesamt im Auftrag der Bundesregierung Prüfmethoden zur Beurteilung von Druckgeräten und partikulärer Geräteemissionen, siehe hierzu auch Antwort der Bundesregierung auf eine Kleine Anfrage der Fraktion der Grünen aus dem Jahr 2009. Darüber hinaus hat auch die Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung ein Forschungsprojekt aufgelegt mit dem die Auswirkungen von Emissionen aus Laserdruckern auf Probanden untersucht werden sollen.

Die Branchenverwaltung Druck und Papierverarbeitung empfiehlt bei allen Laserdruckern die Nutzungs- und Wartungsvorschriften einzuhalten und eine sachgerechte Aufstellung der Geräte vorzusehen, das heißt besonders intensiv genutzte Geräte sollen in gut belüfteten Räumen ohne direkte Nähe zum Büroarbeitsplatz aufgestellt werden, siehe auch Tipps für die Praxis (oben). Auf Grund des derzeitigen wissenschaftlichen Kenntnisstandes gibt es jedoch keinen Anlass generell Laserdrucker durch Tintenstrahldrucker zu ersetzen.

Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) hatte die letzte große Studie im Frühjahr 2008 mit einer gesundheitlichen Bewertung abgeschlossen. Sie basiert damit auf dem derzeitigen wissenschaftlichen Kenntnisstand. In seiner Bewertung kommt das Institut zu dem Ergebnis, dass gesundheitliche Beeinträchtigungen durch die Exposition gegenüber Emissionen aus Büromaschinen nicht ausgeschlossen werden können. Die Prävalenz (Krankheitshäufigkeit) für das Auftreten gesundheitlicher Beeinträchtigungen schätzt das BfR als gering ein. Schwerwiegende Gesundheitsschäden sind nach den Daten, die dem BfR bisher vorliegen, von Ärzten nicht beobachtet worden. Die Pressemitteilung des BfR finden Sie hier.

Das BfR sieht es als vordringlich an, Studien durchzuführen, die zum Ziel haben, die physikalische und chemische Identität der gemessenen Partikel aufzuklären, und hat dies den zuständigen Ministerien (Bundesministerien für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz, für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit sowie für Arbeit und Soziales) empfohlen. Die Ergebnisse der Untersuchungen zu den Partikeln sollten ausgewertet werden, bevor weitere Studien mit kontrollierter humaner Exposition oder epidemiologische Studien erwogen werden. Alle Informationen, den vollständigen Abschlussbericht der Pilotstudie und weiterführende Links finden Sie unter www.bfr.bund.de bei Auswahl des Begriffs „Toner“ im A-Z_Index.

Von der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (baua) wurde im Dezember 2008 eine Bewertung eines möglichen Krebsrisikos durch Tonerstäube vorgelegt (Pressemitteilung). Es wird ausgeführt, dass die Belastungsdaten an Büroarbeitsplätzen darauf hinweisen, dass das mögliche Krebsrisiko im derzeit akzeptablen Bereich liegt und zusätzliche Schutzmaßnahmen in der Regel nicht ergriffen werden müssen. Die Bewertung von Tonerstäuben hinsichtlich Krebsrisiko lesen sie hier.

Als Übersicht über das ganze Themengebiet eignet sich ein Fachbeitrag „Toner am Arbeitsplatz – Gesundheit im Fokus“ des Institutes für Prävention und Arbeitsmedizin (IPA) der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung, der alle Aspekte der derzeitigen Diskussion beleuchtet.

Praxishilfen

Das Institut für Arbeitsschutz (IFA) der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung liefert leicht verständliche Hintergrundinformationen sowie praktische Tipps, wie sich mögliche Gefährdungen bei der Arbeit mit Laserdruckern vermeiden lassen und woran man schadstoffarme Geräte erkennt: www.dguv.de/bgia/laserdrucker

Unabhängig von den Ergebnissen weiterer Forschung können sich Anwender schon heute wirkungsvoll vor Emissionen von Laserdruckern, -kopierern und Multifunktionsgeräten schützen, wenn sie Geräte verwenden, die den „Blauen Engel“ tragen (Unter „Produkte“ steht bei den Stichworten „Kopiergeräte“ bzw. „Drucker“ eine Liste der geprüften Geräte zur Verfügung). Um dieses Umweltzeichen zu erlangen, müssen Geräte Mindeststandards einhalten.

Die Empfehlungen der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin ("Kopiergeräte und Drucker im Büro" sowie "Sicherer Umgang mit Tonerstäuben") informieren über den Umgang mit Druckern, die Anschaffung neuer und die nachträgliche Ausrüstung vorhandener Geräte sowie zu den Anforderungen an den Aufstellort.

 

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Tipps für die Praxis

  • Beim Kauf eines neuen Gerätes auf die Bedienerfreundlichkeit achten (geschlossene Tonerkassetten, einfacher Wechsel, keine Nachfüllbehälter, aus denen beim Nachfüllen der Toner herausrieselt).
  • Kopierer und Drucker (besonders bei leistungsfähigen Modellen) an gut belüfteten Orten aufstellen.
  • Kopierer und Drucker regelmäßig durch Fachpersonal warten lassen, vorhandene Filter austauschen.
  • Hautkontakt mit Toner vermeiden, bei Wartungsarbeiten Einweghandschuhe
    tragen.
  • Verschütteten Toner nicht wegblasen, sondern mit einem feuchten Papiertuch aufwischen und in den Restmüll geben. Toner auf dem Teppichboden mit einem Staubsauger (mit Feinstaubfilter) aufsaugen.
  • Verbrauchte Tonerkassetten über den Fachhandel entsorgen.
  • Gebläseauslassöffnung (falls seitlich am Laserdrucker) so ausrichten, dass diese nicht direkt in die eigene Atemluft oder die eines Kollegen bläst.


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