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Flachbildschirme
- ein Beitrag zur Arbeitsplatzergonomie
Flachbildschirme bieten jede Menge Vorteile. Aufgrund ihrer
geringen Tiefe kann man sie auch dann im notwendigen Sehabstand
von mindestens 50 cm aufstellen, wenn nur ein Arbeitstisch
mit einer Tiefe von 80 cm zur Verfügung steht. Ihr Design
ist darauf ausgerichtet, dass sie direkt auf dem Arbeitstisch
aufgestellt werden. Eine häufig anzutreffende "ergonomische
Sünde" beim Arbeiten mit herkömmlichen Bildschirmen
mit Kathodenstrahlröhre ist die zu hohe Aufstellung,
meist auf dem Rechner. Dies verlangt eine Kopfhaltung, die
nicht der natürlichen - schräg nach unten - entspricht.
Die Konsequenz ist eine statische Belastung der Halswirbelsäule.
Die Berufsgenossenschaft hat auf dieses Problem schon häufig
aufmerksam gemacht.
Wie entsteht das gestochen scharfe Bild?
In Flachbildschirmen wurden verschiedene Technologien vereinigt.
Unter anderem die, dass Flüssigkristalle, d.h. Flüssigkeiten
mit relativ beständiger Nahordnung der Moleküle
und daher kristallartigen Eigenschaften, die Schwingungsebene
von polarisiertem Licht verändern können.
Bei einem herkömmlichen Bildschirm mit Kathodenstrahlröhre
entsteht das Bild, indem mit einer bestimmten Wiederholfrequenz,
Zeile für Zeile, eine Leuchtschicht durch einen Elektronenstrahl
angeregt wird. Im Gegensatz hierzu ändern bei einem Flachbildschirm
sehr viele einzelne Bildpunkte kontinuierlich, entsprechend
der Bildveränderung, ihre Intensität. Der frequenzabhängige
Bildaufbau bei der Kathodenstrahlröhre bewirkt ein mehr
oder weniger bemerkbares Flimmern. Diesen, sich in kurzen
Taktzeiten wiederholenden Bildauf- und -abbau, gibt es beim
Flachbildschirm nicht; dadurch ist das Bild völlig flimmerfrei
und erscheint schärfer.
Darauf sollten Sie bei der Anschaffung achten
Bei Bildschirmen mit Kathodenstrahlröhren, auch CRT-Monitore
genannt, ist die sichtbare Diagonale immer kleiner als die
eigentliche, angegebene Röhrendiagonale. Flachbildschirme,
auch als TFT-Monitore bezeichnet, haben randlose Displays,
d. h. die Angabe für die Diagonale ist mit der sichtbaren
Diagonale gleichzusetzen. So entspricht z.B. ein 15,1-Zoll-Flachbildschirm
etwa einem 17-Zoll-CRT-Monitor. Im Anschaffungspreis liegt
der Flachbildschirm immer noch deutlich höher als ein
Kathodenstrahl-Monitor mit einer vergleichbaren sichtbaren
Bildschirmoberfläche. Probleme mit dem Flachbildschirm
kann es geben, wenn man nicht senkrecht sondern schräg
auf die Bildschirmoberfläche blickt. Nach dem Passieren
der Flüssigkristall-Schicht tritt das Licht zum größten
Teil senkrecht aus der Bildschirmoberfläche heraus; so
leidet die Bildqualität beim Blick schräg von der
Seite auf die Bildschirmoberfläche. Dieser Effekt macht
zwar z. B. die Benutzung von Geldautomaten sicherer, ist beim
täglichen Gebrauch von Flachbildschirmen jedoch unerwünscht.
Deshalb versuchen die Hersteller auch mit Erfolg die zulässigen
Betrachtungswinkel zu vergrößern. Diese verbesserte
Qualität schlägt sich im Anschaffungspreis nieder.
Durch defekte Transistoren entstehen Pixelfehler, die sich
durch störende Farbpunkte auf dem Display bemerkbar machen.
An diesen Stellen wird entweder nie oder immer Hintergrundlicht
durchgelassen. In der Regel sind 3-5 Pixelfehler normal. Sie
entstehen bei der Fertigung und sind nicht zu beheben. Nachträglich
kommt es nicht mehr zu einer Zunahme solcher Defekte, vorausgesetzt
man setzt die Displayoberfläche keinen mechanischen Beanspruchungen
aus. Pixelfehler kann man vor dem Kauf selbst erkennen, z.B.
als dauerhaft dunkle oder helle Punkten. Deshalb möglichst
prüfen!
Bei der Wiedergabe von bewegten Bildern können sich die
relativ langen Reaktionszeiten der Flüssigkristalle von
bis zu 20-30 Millisekunden (ms) bemerkbar machen. Schnelle
Sequenzen können dadurch "verwischen". Das
Gehäuse von Flachbildschirmen sollte nicht durch hoch
glänzende Oberflächen im Blickfeld spiegeln. Probleme
mit dem Flachbildschirm können mitunter auch von der
Software ausgelöst werden. Dies kann - allerdings in
recht selten Fällen - zur Unschärfe führen.
Anforderungen an einen guten TFT-Monitor:
- Helligkeit bei ca. 200 cd/qm (Candela pro Quadratmeter)
- Kontrastverhältnis mindestens 200:1 (Verhältnis
der Helligkeit aller weißen zu allen schwarzen Pixeln)
- Betrachtungswinkel (horizontal) 140° und darüber
- Reaktionszeit maximal 30 ms
- Entspiegelungsklasse I/I
- Anschluss analog und digital
- Fußhöhe möglichst gering
Flachbildschirme werden nach der Norm ISO 13406 "Ergonomische
Anforderungen für Tätigkeiten an optischen Anzeigeeinheiten
in Flachbauweise" gebaut. Ob diese Bedingungen erfüllt
sind, lässt sich anhand der Norm für den Verbraucher
kaum feststellen. Er sollte in jedem Fall auch das GS-Zeichen
tragen.
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