| Stolper-, Rutsch- und Sturzunfälle
Präventionskampagne gegen Sturzunfälle
Unfallgefahren im Betrieb
verringern
Jeder fünfte Arbeitsunfall in der gewerblichen Wirtschaft
geht auf Stolpern, Rutschen oder Stürzen zurück.
Bei den Wege- und Dienstwegeunfällen ist es sogar jeder
dritte Unfall. Durch die „Aktion: Sicherer Auftritt“,
die im April 2003 gestartet wurde, soll die Zahl dieser Unfälle
deutlich gesenkt werden.
Die Berufsgenossenschaft Druck und Papierverarbeitung hat
im vergangenen Jahr den Beratungsschwerpunkt auf die Zeitungszustellung
gelegt, denn für Zeitungszusteller besteht vergleichsweise
mit das größte Risiko, einen Stolper-, Rutsch-
oder Sturzunfall zu erleiden. Ab Juli 2004 werden alle Betriebe
unserer Branche in die intensive Beratung zu Stolper-, Rutsch-
und Sturzunfällen einbezogen.
Unfallgefahren im Betrieb
Auch in Druckereien und Papier verarbeitenden Betrieben sind
Sturzunfälle an der Tagesordnung. Hierbei sind schwerwiegende
Verletzungen oft keine Seltenheit. Unabhängig von den
persönlichen Folgen für die Betroffenen bedeuten
diese Unfälle lange Ausfallzeiten und Zusatzkosten für
den Betrieb und natürlich auch Kosten für die Berufsgenossenschaft.
In Deutschland ereignen sich täglich mehr als 1.000
Sturzunfälle, die nach Schätzung der Berufsgenossenschaften
Kosten von ca. 330 Mio. Euro für Renten, Heilbehandlungen
und Rehabilitationen verursachen. Noch höher sind die
Kosten für die Betriebe: Durch Ausfallstunden entstehen
der Wirtschaft Kosten in Höhe von ca. 8 Milliarden Euro
im Jahr.
Wie können Betriebe die Unfallgefahren
verringern?
Die Unfallschilderungen zeigen, dass die Unfälle häufig
nicht in erster Linie auf technische oder bauliche Mängel,
sondern vielfach vor allem auf das Verhalten der Mitarbeiter
selbst sowie fehlende oder unklare organisatorische Regelungen
zurückzuführen sind. Diese Gefahren werden häufig
nicht wahrgenommen oder werden unterschätzt.
Technische und bauliche Voraussetzungen
Wichtig ist in jedem Fall, dass die technischen und baulichen
Voraussetzungen stimmen. So müssen die Verkehrswege ausreichend
breit, eben und gut beleuchtet sein, Kabel oder Schläuche
zu den Maschinen müssen so zugeführt werden, dass
sie keine Stolperstellen bilden.
Organisatorische Regelungen
Es muss auch geregelt sein, dass die Verkehrswege stets freigehalten
und dort z. B. keine Paletten oder Handhubwagen abgestellt
werden. Auch müssen beispielsweise Schäden im Boden
umgehend beseitigt werden.
Sicherheitsbewusstes Verhalten der
Mitarbeiter durch Information und Motivation
Im Tagesgeschäft werden die Stolper-, Rutsch- und Sturzgefahren
unterschätzt oder verdrängt. Deshalb müssen
die Mitarbeiter regelmäßig über die Unfallgefahren
und die möglichen Folgen informiert werden, z.B. im Rahmen
von Informationsgesprächen. Die Berufsgenossenschaft
bietet dazu seit längerem Informations- und Faltblätter
an.
Als
Illustrator gut aufgehoben bei der BG
Ein Arbeitsunfall kann die Existenz bedrohen – diese
Erfahrung hat auch der renommierte Illustrator Felix Scheinberger
machen müssen. Bei einemSturz verletzte er sich an der
rechten Hand. Im Gespräch mit »tag für tag«
berichtet er, wie ihm die Berufsgenossenschaft geholfen hat
und welche Vorteile der Versicherungsschutz auch für
Selbstständige bietet.
Höher
gelegene Arbeitsplätze und ihre Zugänge
In der gewerblichen Wirtschaft geht jeder fünfte Arbeitsunfall
auf Stolpern, Rutschen oder Stürzen zurück. Mit
der Aktion „Sicherer Auftritt“ wollen die Berufsgenossenschaften
dazu beitragen, diese Unfälle soweit als möglich
zu vermeiden.
Fußböden
und Treppen
Ausrutschen, Stolpern und Fehltritten vorbeugen
„Aus Leichtsinn ausgerutscht …“ oder „Auf
der Treppe fehlgetreten …“. Dies sind typische
Textpassagen aus Unfallberichten. Auf den ersten Blick scheint
also immer der Mensch der Schuldige zu sein. Auf den zweiten
Blick jedoch ist die Unfallursache häufig im Umfeld zu
suchen: In Formen des Bodens, z. B. kleinsten Unebenheiten,
in dessen Beschaffenheit, z. B. Glätte, oder in Bauformen
von Podesten usw. Man kann also sehr wohl etwas gegen solche
Unfälle tun, wenn man die Ursachen anpackt.
Sauber
und aufgeräumt als Betriebsziel
Oberste Ziele für ein Unternehmen sind zufriedene Kunden
und eine gesunde wirtschaftliche Situation. Nur viele Maßnahmen
gemeinsam führen zu diesen Zielen. Eine davon ist Sauberkeit
und Ordnung in der Produktion, eine Voraussetzung für
Produktqualität.
Leitern
- Sicherer Umgang bei allen Arbeiten
Leitern werden bei vielen Arbeiten genutzt – das gilt
am Arbeitsplatz, im Haushalt und in der Freizeit. Die Gefahren
beim Umgang mit diesem Alltagsgegenstand werden dabei häufig
unterschätzt. Immer wieder ereignen sich – größtenteils
beim Abstieg – schwere Stürze von Leitern. Diese
führen vergleichsweise häufig zur Arbeitsunfähigkeit.
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